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Mahnwache zum Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima

Mahnwache Fukushima 2019

Mahnwache zum 8. Jahrestag des Atomunglücks in Fukushima

Am Montag, dem 11.03.2019 jährte sich die Atomkatastrophe von Fukushima und aus diesem Anlass fand wie jedes Jahr am Abend eine Mahnwache hier in Bülstedt an der Kreuzung Dorfstr./Lange Str. statt. Wir freuten uns über TeilnehmerInnen aus Bülstedt, Nartum, Rotenburg und Rhade, die mit Fahnen, Transparenten und Kerzen kamen um eine halbe Stunde mit uns der Opfer von Fukushima zu gedenken und gegen Atomkraft zu protestieren.

Unser diesjähriges Motto lautete „Abschalten jetzt – nicht erst in drei Jahren“ und dies ist leider immer noch eine sehr wichtige und existenzielle Forderung an die PolitikerInnen, die AKWs SOFORT abzuschalten und nicht erst in drei Jahren. Gerade in Zeiten des Klimawandels und der ungeklärten Frage nach der ‚End‘-Lagerung des Atommülls ist ein sofortiger Ausstieg mehr denn je nötig und wichtig und dafür gilt es weiter zu kämpfen!

Zudem wird der durch Atomkraft produzierte Strom schon lange nicht mehr benötigt – im Gegenteil verstopft er vielerorts sogar die Stromnetze und blockiert damit die Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energien. Aber ins Ausland verkauft bringt dieser überschüssige Atomstrom mehr Geld und das ist lukrativer!

Der Atomausstieg ist zwar beschlossen, wird aber viel zu halbherzig verfolgt! Frei nach dem Motto „nach mir die Sintflut“ lassen sich PolitikerInnen von der Atomlobby weiter beeinflussen und so haben wir alle als SteuerzahlerInnen seit Beginn diesen Jahres auch noch die bis jetzt gänzlich unübersehbaren Kosten der ‚End‘-Lagerung zu tragen, die Energiekonzerne haben sich mit einer lächerlichen Summe ‚freigekauft‘ und tragen fortan weder Risiko noch weitere Kosten. Aber ihre AKWs bringen ihnen täglich weitere Millionen Euros, weshalb jetzt ihrerseits sogar laut über Laufzeitverlängerung einzelner AKWs nachgedacht wird als ‚klimaneutrale‘ Stromerzeugung.

Diese veralteten AKWs selbst sind jedoch nach wie vor ein großes Risiko – nicht nur für die Region durch ihre tägliche Strahlenabgabe und damit erhöhtem Krebsrisiko sondern womöglich im Falle eines SuperGAUs sogar für weite Teile Deutschlands und der anliegenden Nachbarländer.

Von denen natürlich teilweise wiederum dieselbe Gefahr ausgeht, zB. von Frankreich und Belgien, deren marode Atommeiler direkt an der Grenze zu Deutschland stehen und deren Laufzeitende nicht in Sicht ist. Wir als Europäer fördern diesen Wahnsinn sogar noch über ‚Euratom‘. Deshalb auch wichtig, im Zuge der Europawahl darauf hinzuweisen, dass ‚Atomausstieg‘ auch bedeutet ‚Euratom‘ nicht mehr mitzufinanzieren. Selbst Länder wie Italien, Estland und Lettland, die die Atomkraft explizit für ihr Land abgelehnt haben, müssen als EU-Mitglieder ‚Euratom‘ mitfinanzieren! 

Es gibt also noch viel zu tun! Und deshalb müssen wir weiter zahlreich auf die Straße gehen, um unseren Protest kundzutun!